Fachschule Sozialwesen: Projektwoche zum Jahresabschluss

Mit einer Projektwoche zum Thema „Fachliche Kenntnisse und praktische Methoden für den Beruf Erzieher/Erzieherin“ beendete die Fachschule Sozialwesen das Jahr 2025. In der letzten Schulwoche vor den Weihnachtsferien nahmen die Auszubildenden an einem Workshop teil, beschäftigten sich mit Naturwissenschaften und Technik und gestalteten Plakate.

Montag, 15. Dezember 2025

„Und jetzt schaltet den Kopf aus und lasst die Hände einfach mal das machen, was sie wollen.” Mit diesen Worten und einem Stück Zeitungspapier leitete am Montag Marlen Geisler, Theaterpädagogin im Puppentheater Magdeburg, den zweiteiligen Workshop mit den angehenden Erzieherinnen und Erziehern der Klassen EZT23 und ERZ23 an. Inspiriert von den so entstandenen Knüllkunstwerken, entwickelten die Auszubildenden zunächst kleine Settings und anschließend mit einfachstem Kreativmaterial richtige Figuren bzw. Objekte sowie in Kleingruppen ein dazu passendes kleines Theaterstück. Innerhalb von vier Stunden erfuhren sie etwas über die Spieltechnik, Geschichte und das Wirken auf der Bühne von und mit Puppen. Inspiration konnte sich aus der Figurensammlung, bestehend aus mehr als 1000 Puppen und Figuren, geholt werden. Die gewonnenen Eindrücke und Ideen können direkt in der Praxis mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen umgesetzt werden. Der nächste Besuch im Puppentheater Magdeburg ist bereits in Planung und soll nun dank neuer Kooperation ein fester Bestandteil im Jahresplan der Fachschule werden.

Ebenfalls an diesem Montag fanden sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse ERZ24 nach einer längeren Praxisphase wieder in ihrem Klassenraum ein. Dort standen die Themen Selbstfürsorge und individuelle Bewältigungsstrategien im Fokus. Zu Beginn ging es um die Wahrnehmung und Reflexion der persönlichen Stressoren mithilfe geeigneter Reflexionsfragen und Fragebögen. „Die Ressourcen, die du brauchst, findest du in deiner eigenen Geschichte“, meinte einst der amerikanische Psychiater und Psychotherapeut Milton H. Erickson (1901-1980). Also hieß es im nächsten Schritt, individuelle Ressourcen mit Hilfe des Ressourcenbaumes zu visualisieren. Laut Jon Kabat-Zinn, einem international bekannten Meditationslehrer, lehrt uns die Achtsamkeit, mitfühlend und liebevoll mit uns selbst und anderen umzugehen. Zunächst einmal ging es darum, dafür zu sensibilisieren, Achtsamkeit in den Alltag zu integrieren. Zum Beispiel: Anstatt unter der Dusche über die To-do-Liste des Tages nachzudenken, sich besser auf das wärmende Wasser zu konzentrieren. Oder aber sich beim Frühstücken auf den Geschmack des Essens und nicht auf den Einkaufszettel zu fokussieren. Darüber hinaus wurden Achtsamkeitsübungen wie die „Weite-Übung“ oder die Achtsamkeitsübung „5-4-3-2-1“ vorgestellt und erprobt. Dabei blieb es nicht, sodass auch Möglichkeiten zur Stressbewältigung und Stärkung der Rückengesundheit thematisiert und durchgeführt wurden. Am Ende wurde der Tag in einer Abschlussrunde über die Fragen „Was nehme ich mit?“ und „Was lasse ich hier?“ reflektiert. Mitgenommen werden konnten auf jeden Fall Ideen zur Stressbewältigung.

Dienstag, 16. Dezember 2025, und Mittwoch, 17. Dezember 2025

Mathematik, Informatik, Technik, Naturwissenschaft (MINT) – diese vermeintlich berufsfremden Themenfelder werden häufig von den Bewerberinnen und Bewerbern der Fachschule mit einem Stirnrunzeln betrachtet. Doch im Laufe der Ausbildung erkennen die Auszubildenden, wie grundlegend und wichtig diese Aspekte in den Arbeitsfeldern mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind. MINT beinhaltet dabei bspw. keineswegs die klassische Schul-Mathematik, sondern behandelt mathematische Grundfähigkeiten, wie Ordnen, Sortieren, aber auch das Zahlenverständnis, immer angepasst an den jeweiligen Entwicklungsstand. Der Fokus bezogen auf den Bildungsbereich MINT liegt in der Vermittlung von theoretischen Kenntnissen und passenden Methoden zur Anwendung in den verschiedenen Arbeitsfeldern. Am Dienstag durfte sich das 3. Ausbildungsjahr sowie am Mittwoch das 2. Ausbildungsjahr mit naturwissenschaftlichen Aspekten beschäftigen. Hierbei ging es um das Sortieren und Bestimmen der Merkmale von Organismen, bspw. Bäume bzw. Laubblätter, Säugetiere, Vögel und anderer Gruppen sowie das Begutachten verschiedener Insektenpräparate und Längsschnitte unter dem Mikroskop.

Donnerstag, 18. Dezember 2025

Die EZT23 und ERZ23 durften sich an diesem Tag kreativ austoben. Mit Hilfe der „Graphic Facilitation“ (Komplexe Themen werden mittels Bildern, Symbolen und kurzen Texten auf einem Plakat visualisiert und damit besser verständlich gemacht. Durch die grafischen Darstellungen verarbeitet das Gehirn die Inhalte leichter und diese bleiben somit länger im Gedächtnis.) wurden verschiedene wichtige Schwerpunkte innerhalb der Ausbildung auf Papier gebracht. Die Themen reichten von den Querschnittsaufgaben (wesentliche Aspekte und Prozesse, die in der pädagogischen Arbeit konsequent mitgedacht werden müssen) über die Didaktischen Prinzipien, die in jedem pädagogischen Angebot und auch im Alltag Anwendung finden bis hin zu spezifischen Inhalten rund um Methoden der Sprachlichen Bildung, Sprachförderung und Kommunikation und deren Bedeutung unter dem Motto „Worte hinterlassen Spuren“. Die Ergebnisse sollen in Form einer Galerie im Erdgeschoss des Hauses 1 ausgestellt werden, zum gemeinsamen Austausch anregen und optisch den Flur aufwerten.

Freitag, 19. Dezember 2025

„Alle Jahre wieder …“ – getreu diesem Motto versammelten sich rund 70 Schülerinnen und Schüler aus Haus 1 zum Jahresabschluss auf dem Schulhof und stimmten gemeinsam mit ihren Lehrkräften klassische und moderne Weihnachtslieder an. Mit dabei waren die Berufsfachschule Kinderpflege, Sozialassistenz und Kosmetik sowie die Fachschule Sozialwesen. Zuvor wurden in den Klassen allerlei Weihnachtsbräuche zelebriert, wie das Schrottwichteln oder Methoden, um dem Völlegefühl während und nach den Feiertagen entgegenzuwirken. Die Auszubildenden probierten sich zudem im Herstellen von typischen süßen und herzhaften Weihnachtsgerichten aus aller Welt aus. Es ging dabei in Länder wie die Türkei, Schweden oder auch Frankreich und verkostet wurde selbstverständlich auch fleißig.

Anne Marie Schulz,
Lehrkraft

 Fotos © BSZ Stendal/privat

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