Berufliches Gymnasium: 12. Klassen gestalten Projektwoche „Nachhaltigkeit und Diversität“

In der letzten Schulwoche vor den Sommerferien beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 des Beruflichen Gymnasiums mit dem Thema „Nachhaltigkeit und Diversität“. Ein Präsentationsforum bot Einblicke in die Projektergebnisse.

Auch in diesem Schuljahr fand in der letzten Schulwoche vom 29. Juni bis 2. Juli 2026 die viertägige Projektwoche der Jahrgangsstufe 12 des Beruflichen Gymnasiums zum Thema „Nachhaltigkeit und Diversität“ statt. An den ersten drei Tagen wurden die Projektthemen von den Schülerinnen und Schülern in kleineren Gruppen selbstständig erarbeitet und am vierten Tag im Rahmen eines abwechslungsreichen und vielfältigen Präsentationsforums vorgestellt. Dazu waren auch die anderen Klassen der Schule herzlich eingeladen. So konnten sich nicht nur die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe, sondern auch Schülerinnen und Schüler anderer Klassen informieren, austauschen und mitmachen. In den kreativ gestalteten Räumen gab es neben Infotafeln und Präsentationen auch selbst gedrehte Videos, Ausstellungen, Lebensmitteltestungen, Quiz und Memory-Spiele, Diashows und sogar einen Selbsterfahrungsraum zum Thema „Steigender Meeresspiegel“.

Die Schülerinnen und Schüler waren wieder sehr engagiert und kreativ bei der Bearbeitung ihrer Projektthemen und gestalteten gemeinsam ein vielseitiges und interessantes Präsentationforum. Es war für alle Beteiligten und Gäste ein sehr begeisternder und gelungener Abschluss des Schuljahres.

Oliver Eikel,
Projektleiter

Einschätzungen der Schülerinnen und Schüler:

In der vergangenen Woche hat unsere Gruppe so einiges erlebt. Uns hat dabei Derk Schneider vom Biosphärenreservat Mittelelbe begleitet und viele interessante Sachen gezeigt oder erklärt.

Am ersten Tag haben wir zunächst die theoretischen Grundlagen abgehandelt und spielerisch ein Biosphärenreservat gestaltet. Danach ging es im Regen ab nach Buch. Dort haben wir als Erstes von einem Aussichtsturm aus Wasservögel mit einem Fernglas beobachtet; nebenbei wurden wissenswerte Informationen über die gefiederten Tiere mitgeteilt. Wir haben auf dem Aussichtsturm außerdem viel über die Routen diverser Zugvögel gelernt. Als das erledigt war, sind wir auf eine Wanderung durch die Elbauen bis zum Ufer der Elbe gegangen. Es wurde dabei stark auf die Flora der Auen eingegangen. Während der ersten Exkursion blieb die Stimmung trotz des Regens immer sehr locker, spaßig, aber auch gespannt und interessiert.

Auch am nächsten Tag sollte sich dies nicht ändern. Die Gespräche waren, wie auch am Vortag, von Witz und Interesse geprägt.  Diesmal haben das Haus der Flüsse in Havelberg sowie die renaturierten Gebiete der Havel auf uns gewartet. Wie auch der Rest des Projekts waren diese Erfahrungen mal wieder sehr interessant für uns alle. Während wir uns im Haus der Flüsse die Ausstellungen ansahen und die Basics zur Renaturierung abhandelten, sahen wir danach am Beispiel der Havel das Theoretische praktisch umgesetzt. Auch am zweiten Tag waren wir also draußen in der Natur. Anschließend haben wir den Tag mit einem Eis am Havelberger Marktplatz erfolgreich abgeschlossen.

Am Mittwoch hieß es dann aber: Arbeiten. Uns ist es im Verlaufe des Tages erfolgreich gelungen, unsere Präsentation herzurichten. Abschließend lässt sich sagen, dass das Projekt ein perfektes Schulerlebnis war. Wir würden also jedem, der Interesse an unserer Natur, der Biologie oder dem Wandern zeigt, das Biosphärenreservat Mittelelbe wärmstens empfehlen.

Die Entscheidung zur Teilnahme am Projekt des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation Sachsen-Anhalt ist begründet durch ein Interesse am Thema der Vermessung und dem Bedürfnis, unseren Horizont zu erweitern, insbesondere vor dem Hintergrund der Unbekanntheit der dortigen Tätigkeiten. So wurde uns dort erstmals klar, wie vielfältig und tief die Aufgabenbereiche wie auch die Technologien sind. So gibt es die Möglichkeit, die Genauigkeit der Satelliten, die sonst per GPS eher ungenaue Positionen ermitteln, zu verbessern, sodass die Position zentimetergenau erscheint. Die Berufsmöglichkeiten sind ebenso vielfältig und erlauben eine individuelle Laufbahn basierend auf den eigenen Erwartungen und Wünschen. Des Weiteren erfolgte eine Einführung in das Open-Source-Programm „QGIS“, mit dem wir unsere beiden Projekte umsetzten. Das erste Projekt beschäftigte sich mit dem Verlauf der Autobahn A14, während sich das andere Vorhaben mit diversen Einrichtungen der Daseinsvorsorge im Landkreis Stendal beschäftigte. Ferner erfuhren wir im Archiv von den reichen historischen Gegebenheiten im Bereich der Vermessung, die erstmals vor tausenden Jahren in Ägypten greifbar wurde.

Für unser Projekt haben wir das Thema „Reparieren statt Wegwerfen“ gewählt, weil heutzutage viele technische Geräte schnell entsorgt werden, obwohl sie oft noch repariert werden können. Wir wollten herausfinden, warum Reparieren wichtig ist und wie man dadurch Rohstoffe schont und Elektroschrott vermeidet.

Während unseres Projekts besuchten wir ein Repair Café in Stendal. Dort lernten wir zunächst, wie man richtig an eine Reparatur herangeht. Uns wurde gezeigt, wie man den Fehler an einem Gerät Schritt für Schritt sucht und welche Werkzeuge dabei verwendet werden. Außerdem konnten wir selbst das Löten ausprobieren und lernten, wie elektronische Bauteile sicher verbunden oder ausgetauscht werden.

Besonders interessant war für uns zu erfahren, warum das Wiederverwenden und Reparieren von technischen Geräten so wichtig ist. Durch Reparaturen werden weniger neue Geräte produziert, wodurch Rohstoffe, Energie und Kosten eingespart werden. Gleichzeitig wird die Umwelt entlastet, da weniger Elektroschrott entsteht.

Der Besuch im Repair Café hat uns gezeigt, dass viele defekte Geräte mit etwas Wissen und Geduld wieder funktionstüchtig gemacht werden können. Deshalb finden wir, dass Reparieren eine sinnvolle und nachhaltige Alternative zum Wegwerfen ist.

Nach einer kurzen Einführung durch unseren Lehrer Herrn Eikel haben wir uns in unserer kleinen Gruppe zusammengefunden. Dort haben wir Ideen ausgetauscht und gemeinsam ein Konzept entwickelt, das zu unserem Thema „Flotte Klamotte“ passt. Dafür haben wir uns passende Schlagwörter überlegt und daraus eine Mindmap erstellt. Durch diese Mindmap sind Themen entstanden, die wir unbedingt genauer behandeln wollten. Dazu gehörten zum Beispiel die Erklärung von Fast Fashion, die Capsule Wardrobe näher vorzustellen sowie weitere Möglichkeiten, wie man Fast Fashion nicht unterstützen kann.

Am nächsten Tag haben wir eine ausgewählte Anzahl an Klamotten mitgebracht, diese abfotografiert und passende Kombinationen zusammengestellt. Gleichzeitig haben wir fleißig Material für unseren Präsentationsfilm gedreht und die Aufnahmen anschließend zusammengeschnitten.

Am Ende hatten wir ein rundes Konzept mit klarem roten Faden: von der Recherche über die Bilder bis zum fertigen Film. Die Gruppenarbeit hat gut funktioniert, weil jeder seine Ideen einbringen konnte und wir uns gegenseitig ergänzt haben. Dabei sind viele Aha-Momente entstanden, die wir mit in unser Privatleben integrieren können. So konnten wir das Thema Fast Fashion nicht nur inhaltlich verstehen, sondern es auch kreativ und anschaulich umsetzen.

Wir haben uns in der Projektwoche für das Thema „KI-Fluch oder Segen“ entschieden. Wir finden das Thema interessant, weil wir auch im Alltag oft KI benutzen. Es war interessant, neue Informationen rund um KI zu erhalten und wir haben neue Sachen dazu gelernt. Wir haben uns mit den Themen: KI im Alltag, KI in der Arbeitswelt und Chatbots befasst. Es hat Spaß gemacht in dieser Gruppe zu arbeiten und das Gruppenklima war sehr angenehm und bei Unklarheiten konnten wir immer unsere Lehrerin Frau Pohl fragen.

Das klingt im ersten Moment vielleicht wie ein Wortspiel, es stecken aber zwei ganz wichtige Botschaften darin. Der erste Teil – „Will leben“ – steht für die Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen. Niemand tut dies aus Urlaubslaune. Sie gehen, weil sie flüchten müssen vor Krieg, Hunger oder Klimakatastrophen. Sie wollen einfach nur Eines: überleben und in Sicherheit leben. Der zweite Teil – „Willkommen“ – betrifft uns alle hier im Raum. Es stellt uns die Frage: Wie empfangen wir Menschen, die alles verloren haben? Bedeutet „Willkommen“ für uns nur ein nettes Wort oder meinen wir es ernst und helfen ihnen, sich hier ein neues, sicheres Leben aufzubauen?

Insgesamt haben wir – Simon, Rajveer, Nico, Moritz, Pia, Ella, Sherin und Hetvi – das Thema in acht Stationen spielerisch aufbereitet. Die Besucher hatten so die Möglichkeit, sich mit dem Thema „Flucht“ zu beschäftigen, sich mit kontroversen Fragen auseinanderzusetzen, Lösungsmöglichkeiten vorzuschlagen und im Podium zu diskutieren. 

Im Rahmen unseres Projekts arbeiteten wir in einer Gruppe aus drei Personen zusammen. Zu Beginn erhielten wir von unserem Projektleiter eine Einführung in unser Thema. Anschließend besprachen wir gemeinsam, welche Inhalte wir in unserer Präsentation behandeln wollten. Wir sammelten Ideen, strukturierten diese mithilfe von Unterpunkten und verteilten anschließend die einzelnen Aufgaben innerhalb der Gruppe. Eine Aufgabe bestand darin, zwei Informationsplakate zu gestalten. Eines behandelte unser Raumbeispiel Bangladesch, das andere beschäftigte sich mit den Auswirkungen des Meeresspiegelanstiegs in Europa. Mithilfe des bereitgestellten Materials sowie eigener Internetrecherche sammelten wir die notwendigen Informationen und bereiteten diese für die Plakate auf.

Am zweiten Projekttag begannen wir damit, die endgültigen Texte für unsere Präsentation zu verfassen und passende Bilder auszuwählen. Gleichzeitig bereiteten wir Dekorations- und Gestaltungsmaterialien für unseren Präsentationsraum vor. Außerdem hängten wir bereits das Poster vor dem Raum auf, das die Aufmerksamkeit der Besucher auf unsere Präsentation lenken sollte. Gemeinsam druckten wir die Texte und Bilder aus, schnitten sie aus und begannen mit der Gestaltung des Präsentationsraums. Dafür räumten wir zunächst den Raum frei und richteten anschließend alle Materialien und Dekorationen ein. Zum Schluss befestigten wir die Plakate und gestalteten den Raum fertig. Da wir unsere Präsentation möglichst gut vorbereiten wollten, arbeiteten wir an diesem Tag sogar länger als die vorgeschriebene Anwesenheitszeit. Kurz bevor wir nach Hause gingen, tauschten wir noch letzte Ideen und Verbesserungsvorschläge für den Präsentationstag aus.

Am letzten Projekttag setzten wir unsere letzten Ideen um und bereiteten alles für die Besucher vor. Anschließend begannen wir mit der Präsentation unseres Projekts und stellten den Gästen unsere Ergebnisse vor.

Insgesamt verlief die Zusammenarbeit in unserer Gruppe gut. Durch die Aufteilung der Aufgaben konnten wir effizient arbeiten und unsere Präsentation sowie die Gestaltung des Raumes erfolgreich fertigstellen. Während des Projekts konnten wir unsere Fähigkeiten im Recherchieren, Gestalten und Arbeiten im Team weiterentwickeln.

Leni & Eva – Station „Werbung auf Social Media und Influencer Produkte“:

Für unser Projekt haben wir das Thema „Die Psychologie der Konsumentscheidungen“ ausgewählt, weil Social Media einen sehr großen Einfluss auf unseren Alltag hat. Viele Menschen sind täglich auf Plattformen wie TikTok oder Instagram unterwegs und werden dort ständig mit Werbung konfrontiert, oft ohne es direkt zu merken. Unser spezifisches Thema für unsere Station war „Werbung auf Social Media und Influencer Produkte“. Dabei haben wir untersucht, wie Werbung auf Social Media funktioniert und wie sie in alltägliche Inhalte eingebaut wird.

Leni hat sich dabei zuerst mit dem Thema beschäftigt, wie Influencer und Social Media generell Werbung machen. Sie hat viele verschiedene TikTok-Videos analysiert und sich bewusst auf TikTok konzentriert, da dort besonders deutlich zu sehen ist, wie Werbung in normale Inhalte eingebaut wird. Außerdem hat sie herausgearbeitet, wie Influencer Produkte in Alltagsvideos, Trends oder humorvolle Clips integrieren und dadurch Werbung oft nicht sofort erkennbar ist. Diese Ergebnisse wurden später im Vortrag erklärt und den Mitschülern vorgestellt.

Eva hat sich anschließend mit dem Thema Influencer-Produkte und dessen Kritik beschäftigt. Sie hat recherchiert, welche Produkte von Influencern beworben oder sogar selbst entwickelt wurden und wie stark diese mit bestimmten Influencern verbunden sind. Dabei hat sie passende Bilder von Influencern und deren Produkten gesammelt.

Gemeinsam haben wir daraus ein Quiz erstellt, bei dem die Schülerinnen und Schüler Produkte den richtigen Influencern zuordnen sollten. Ziel war es herauszufinden, wie bekannt diese Influencer sind und wie stark sie den Konsum beeinflussen. Zusätzlich haben wir auch bekannte Marken ohne starken Influencer-Bezug eingebaut. Dadurch sollte deutlich werden, dass viele eher Influencer-Produkte erkennen, klassische Marken oder Hersteller aber oft weniger zuordnen können. Das zeigt, wie stark Influencer und Social Media Werbung im Alltag präsent sind.

Larissa & Pia – Station „Werbung und Einflussfaktoren am Beispiel von Coca-Cola“:

Gemeinsam haben wir, Larissa und Pia, am Unterthema „Werbung und Einflussfaktoren am Beispiel von Coca-Cola“ gearbeitet. Ziel unseres Projekts war es, zu untersuchen, wie Werbung das Verhalten von Konsumenten beeinflusst und welche Rolle sie im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit spielt.

Am Montag begann das Projekt mit einer Gruppenbesprechung mit der gesamten Gruppe. Zunächst informierten wir uns über das Oberthema und entschieden uns anschließend gemeinsam für unser Unterthema. Danach teilten wir die Aufgaben auf, sodass jede Person einen bestimmten Bereich bearbeiten konnte. Gemeinsam besprachen wir außerdem, wie wir unsere Ergebnisse am Ende präsentieren wollten.

Am Dienstag arbeiteten wir im Computerraum. Dort recherchierten wir Informationen über Coca-Cola, die Werbestrategien des Unternehmens und verschiedene Einflussfaktoren auf das Kaufverhalten. Außerdem sahen wir uns mehrere Werbespots von Coca-Cola an und analysierten diese im Anschluss. Dabei untersuchten wir unter anderem, welche Zielgruppen angesprochen werden, welche Botschaften vermittelt werden und mit welchen Bildern, Farben und Gefühlen die Werbung arbeitet. Die Ergebnisse aus der Analyse hielten wir schriftlich fest.

Am Mittwoch gestalteten wir auf Grundlage unserer Recherche ein Plakat. Wir fassten die wichtigsten Informationen darauf zusammen, ergänzten passende Bilder und achteten darauf, dass die Inhalte übersichtlich und verständlich dargestellt wurden. Dann überprüften wir gemeinsam das Plakat und bereiteten uns auf die Präsentation vor.

Ernährung ist ein fester Teil unseres Alltags, trotzdem wissen viele nur wenig darüber, woher Lebensmittel kommen und welche Auswirkungen sie haben. Genau deshalb haben wir dieses Projekt gewählt: Wir wollten zeigen, warum bewusste Ernährung wichtig ist und was man daraus für den Alltag mitnehmen kann.

Ein wichtiges Thema war die Lebensmittelverschwendung und wie viele Lebensmittel täglich unnötig weggeworfen werden. Außerdem untersuchten wir verschiedene Obstsorten an und zeigten, wie unterschiedlich stark diese die Umwelt belasten können. Wir verglichen außerdem Bio- und regionale Lebensmittel mit importierten Produkten und untersuchten, warum regionale Ernährung oft nachhaltiger sein kann. Dazu stellten wir auch Unternehmen vor, die Lebensmittel retten oder weiterverarbeiten, wie Too Good To Go, Knärzje, und die „Retterschokolade“ Share.

Ein weiterer Teil war unsere eigene Ernährung: Wir probierten vegane Rezepte aus, machten ein Food-Tasting und wollten zeigen, dass es sich lohnt, neue Lebensmittel auszuprobieren. Außerdem beschäftigten wir uns damit, dass viele Menschen sich heute ungesund ernähren oder viele Nahrungsergänzungsmittel nutzen, und zeigten, welche natürlichen Lebensmittel wichtige Nährstoffe liefern können.

Unser Ziel war es, andere für das Thema zu sensibilisieren und zu zeigen, dass schon kleine Veränderungen im Alltag einen Unterschied für Gesundheit, Umwelt und den Umgang mit Lebensmitteln machen können.

Im Rahmen der Nachhaltigkeitsprojektwoche setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit den UN‑Nachhaltigkeitszielen (SDGs) auseinander, mit besonderem Fokus auf SDG 16 „Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen“. Ziel war es, das Thema zunächst global einzuordnen und anschließend auf die Institution Schule zu übertragen sowie eigene kreative Beiträge zu entwickeln.

Montag: Einführung und thematische Grundlagen

Am ersten Projekttag erfolgte eine Einführung in die UN‑Nachhaltigkeitsziele. Dabei wurden die SDGs als weltweiter Handlungsrahmen bis 2030 vorgestellt und in ihrer Bedeutung für gesellschaftliches Zusammenleben diskutiert. Anschließend stand eine Kennenlernphase im Mittelpunkt, in der sich die 20 Schülerinnen und Schüler aus allen drei Fachrichtungen unseres Beruflichen Gymnasiums kurz vorstellten und durch strukturierte und über am Thema orientierte Kennenlernrunden miteinander in Kontakt kamen.

Darauf aufbauend erfolgte eine allgemeine Auseinandersetzung mit SDG 16. Gemeinsam wurden zentrale Begriffe wie Gerechtigkeit, Frieden, Mitbestimmung, Regeln, Transparenz und Institutionen geklärt und erste Beispiele aus Alltag und Gesellschaft gesammelt. Der Tag diente damit der inhaltlichen Orientierung und der Vorbereitung auf die schulbezogene Vertiefung.

Dienstag: SDG 16 in der Institution Schule und kreative Gruppenarbeit

Am zweiten Projekttag wurde SDG 16 gezielt auf die Schule als Institution übertragen. Im Mittelpunkt standen Fragen nach demokratischer Mitbestimmung, fairen Regeln, Konfliktkultur sowie Möglichkeiten der Meinungsäußerung im Schulalltag. Die Schülerinnen und Schüler diskutierten, inwiefern Schule als „starke Institution“ erlebt wird und welche Faktoren Vertrauen, Gerechtigkeit und Beteiligung fördern oder behindern. Im Anschluss arbeiteten die Lernenden in Kleingruppen in einem kreativen Brainstorming-Prozess an eigenen Produktideen. Dabei entstanden zwei zentrale Ergebnisse:

Video-Projekt: Eine Gruppe entwickelte die Idee eines Videos zu unterschiedlichen „Herrschaftsformen“ in der Schule – Diktatur, Oligarchie, Theokratie und Demokratie – als zugespitzte, vergleichende Darstellung. Das Video mündet in die Leitfrage: „Unsere Schule ist demokratisch – oder nicht???“. Ziel war es, durch Kontraste Diskussionen über Mitbestimmung, Machtverhältnisse und Entscheidungswege in der Schule anzuregen.

Audio & „Wand der Meinungsfreiheit“: Eine weitere Gruppe konzipierte ein Audioformat zur Thematik und ergänzend eine Wand der Meinungsfreiheit, an der Besucherinnen und Besucher ihre Position zur Frage festhalten können: „Unsere Schule ist demokratisch – oder nicht???“ Dadurch wird Beteiligung niedrigschwellig ermöglicht und Meinungsvielfalt sichtbar gemacht. Unterstützt wurde diese Partizipationsform durch einen „Baum der Meinungen“, der den Gästen die Möglichkeit einräumte, Kritik (Zitronen) und/oder Lob (Orangen) in anonymisierter Form zu äußern.

Fazit

Das Projekt verband Grundlagenwissen zu den SDGs mit einer konkreten schulischen Perspektive auf SDG 16. Besonders gelungen war die Überführung des abstrakten Ziels in greifbare Fragestellungen des Schulalltags sowie die Entwicklung kreativer Formate, die zur Reflexion und Beteiligung einladen. Die entstandenen Produkte (Video, Audio und Meinungswand) bieten eine gute Grundlage, um die Diskussion über Demokratie, Mitbestimmung und Meinungsfreiheit in der Schule weiterzuführen und öffentlich sichtbar zu machen.

 Fotos © BSZ Stendal/privat

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