- 8. September 2026
34 Schülerinnen und Schüler, fünf Tage, jede Menge Wasser und die große Frage: Wie viel Gepäck passt eigentlich in ein Kanu? Die Antwort darauf gab es beim Sportkompaktkurs des Beruflichen Gymnasiums an der Mecklenburgischen Seenplatte.
Vom 24. bis 28. August 2026 ging es für die Klassen 12 und 13 des Beruflichen Gymnasiums gemeinsam mit ihren Lehrkräften Daniela Herbst und Linus Wascher auf Kanutour durch die Mecklenburgische Seenplatte. Mit dabei waren Guide Laura und die Ausrüstung von Paddel-Paul – und natürlich jede Menge Motivation.
Los ging es am Leppinsee. In den folgenden Tagen führte die Tour über den Mirower See, den Zotzensee, den Labussee und den Plätlinsee bis nach Wesenberg und über die Schwanenhavel. Jeden Tag hieß es: Zelt abbauen, Gepäck schleppen, Boote be- und entladen und wieder alles verstauen. Dabei zeigte sich schnell: 34 Menschen können erstaunlich viel Gepäck produzieren. Und weil auch im Kanu nicht unendlich Platz ist, musste beim Sitzplatz gelegentlich kreativ improvisiert werden. Bequemlichkeit war schließlich nicht Bestandteil des Kursprogramms.
Auf dem Wasser wurde fleißig gelernt und ausprobiert. Bogenschlag, J-Schlag und Steuerschlag wurden Schritt für Schritt erlernt und perfektioniert. Dazu kamen Kenterübung und 360-Grad-Drehung auf der Stelle. Was anfangs manchmal eher nach „Wir drehen uns, aber wohin eigentlich?“ aussah, wurde mit jedem Tag sicherer. Am vorletzten Tag folgte die Leistungskontrolle – jetzt musste sich zeigen, ob die vielen Paddelschläge tatsächlich etwas gebracht hatten.
Am letzten Tag stand eine Klausur auf dem Programm. Eine Klausur während einer Kanutour? Kein Problem – zumindest theoretisch. Einen Klassenraum gab es natürlich nicht. Also wurden Tische und Sitzgelegenheiten vor Ort gesucht und kreativ genutzt.
Auch die Mecklenburgische Seenplatte wollte ihren Beitrag zur sportlichen Ausbildung leisten. Wind und Wellen machten aus einer gemütlichen Paddeltour schnell ein ordentliches Krafttraining. Jetzt waren die erlernten Techniken wirklich gefragt. Zum Glück gab es zur Motivation jede Menge Gummitiere. Das Problem: Die Meute war hungrig. Sehr hungrig. Die kleinen Zuckerlieferanten hatten deshalb meist eine erstaunlich kurze Lebenserwartung.
Was während der gesamten Tour besonders auffiel, war der großartige Zusammenhalt der Gruppe. Beim Zeltauf- und -abbau wurde gemeinsam angepackt, die Boote wurden zusammen be- und entladen und auch beim Schleppen des Gepäcks war immer jemand zur Stelle. Auf dem Wasser wurde gewartet, geholfen und motiviert. Wenn der Wind stärker wurde oder die Arme langsam müde wurden, ging es eben gemeinsam weiter. Genau das machte die Tour zu einem echten Gemeinschaftserlebnis.
Und dann war da noch die Sache mit dem Handy und der Uhr. Beides gab es die ganze Woche über nicht. Kein WhatsApp, kein Instagram, keine Nachrichten und vor allem kein „Wie spät ist es eigentlich?“. Stattdessen wurde nach Gefühl gelebt – aufgestanden, wenn es Zeit war, gegessen, wenn man Hunger hatte, und gepaddelt, wenn die Boote startklar waren. Für viele eine ungewohnte Erfahrung, die erstaunlich gut funktionierte.
Die Erkenntnis am Ende der Woche: Es geht tatsächlich auch ohne Handy und Uhr – jedenfalls eine Zeit lang. Dafür gab es Natur, Bewegung, Abenteuer, jede Menge gemeinsames Lachen und fünf Tage, die sicherlich nicht so schnell vergessen werden.
Am Ende landeten alle 34 Schülerinnen und Schüler erschöpft aber glücklich in Stendal. Im Gepäck: Muskelkater, viele neue Erfahrungen und vor allem jede Menge Geschichten.
Daniela Herbst,
Sportlehrkraft















Fotos © BSZ Stendal/privat

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