- 21. April 2026
Im Rahmen des Unterrichts entwickelten die angehenden Erzieherinnen und Erzieher der Klasse EZT23 eine Reihe von Bühneninszenierungen für Kita-Gruppen aus der Region. Insgesamt rund 70 Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren besuchten die Vorstellungen.
Es liegt ein besonderer Zauber in der Luft, wenn sich ein Klassenzimmer in eine Bühne verwandelt, wenn aus Theorie lebendige Geschichte wird und junge Menschen den Mut finden, in andere Rollen zu schlüpfen. Genau das geschah am 16. und 17. April 2026 am BSZ Stendal. Die Auszubildenden der Klasse EZT23 der praxisintegrierten Erzieherausbildung luden zu einem Theatererlebnis ein, das Kinderherzen höherschlagen ließ. Was auf der Bühne zu sehen war, war weit mehr als nur ein Projekt, es war das Ergebnis unzähliger Unterrichtsstunden voller Hingabe: Kostüme wurden mit Liebe zum Detail entworfen und gebastelt, Bühnenbilder erschaffen, Drehbücher geschrieben und Rollen bis in die kleinste Geste hinein erarbeitet. All das getragen von den theoretischen Grundlagen aus dem Lernfeldunterricht des Bildungsbereiches „Ästhetische Bildung“. Angelehnt an bekannte Geschichten entstanden insgesamt vier kurze Bühnenstücke für Kinder. Zu Gast waren die Kita „Pusteblume“ aus Bismark sowie die Kitas „Regenbogenland“, „Columbus“ und „Märchenland“ aus Stendal. Rund 70 Kinder zwischen vier und sechs Jahren und ihre Erzieherinnen und Erzieher verfolgten gespannt die Inszenierungen.
„Aschenputtel 2.0“: Ein vertrautes Märchen und doch ganz neu erzählt. Ella, gefangen im Schatten ihrer strengen Stiefmutter und ihrer neidischen Stiefschwester, träumt von Freiheit und einem Abend, der nur ihr gehört. Mit einem Hauch zunächst tollpatschiger Magie durch die gute Fee, verwandelt sich ihr Alltag. Eine opulente Kürbiskutsche, ein funkelndes Outfit – und plötzlich steht sie auf einer rauschenden Party am See. Dort begegnet sie dem Bürgermeistersohn. Was folgt, ist eine Choreografie der beiden voller Energie und Gefühl, die das Publikum mitreißt. Trotz aller Hindernisse siegt am Ende das, was stärker ist als Neid und Kontrolle, nämlich Liebe und Einsicht.
„Der verschmutzte Zauberwald“ sendet eine alltagsnahe Botschaft. Ein fröhlicher Schneemann, der die Welt noch nicht versteht und ein Wald, der langsam seine Magie verliert. Olaf wirft seinen Müll achtlos weg, ohne zu ahnen, welche Folgen das hat. Die einst friedliche Welt kippt, denn die zuvor leuchtenden Farben verblassen und die Tiere ziehen sich zurück. Doch Hilfe naht durch Anna, Elsa, Sven und die Trolle, die Licht ins Dunkel bringen. Gemeinsam entstehen Lösungen zur Mülltrennung – sichtbar, greifbar, kindgerecht. Bunte Mülleimer, klare Zeichen und eine wichtige Erkenntnis werden den Kindern mit auf den Weg gegeben, indem jeder die Welt durch ein bisschen Achtsamkeit ein kleines Stück besser machen kann.
„Der Traumzauberbaum“ thematisiert sehr lebensnah die Angst vor der Dunkelheit, die für viele Kinder ein steter Begleiter ist. In dieser Geschichte begegnet Tom genau dieser Angst. Doch statt vor ihr davonzulaufen, wird er auf eine Traumreise geschickt. Er erlebt Welten aus Zuckerwatte und Bonbons, in der sich Kekse krümelig lachen, reist zu einem tollpatschigen kleinen Dinosaurier, taucht ab in schimmernde Unterwasserlandschaften und hüpft über farbenfrohe Schmetterlingswiesen. Jede Begegnung schenkt ihm ein Stück Mut. Die Dunkelheit bekommt während des Stückes eine Stimme, die zunächst voller Neid und dann voller Einsicht ist. Am Ende steht keine Flucht, sondern Verständnis und ein Junge, der erkennt, dass Angst ihre Macht verliert, wenn man ihr begegnet.
„Tessas Reise“ beginnt im Wohnzimmer mit ihrem Geburtstag. Doch statt gemeinsamer Freude hinterlässt Tessa Enttäuschung bei ihrer Familie und ihren beiden besten Freundinnen. Egoismus und Undankbarkeit werfen Schatten auf ihren besonderen Tag. Dann erscheint Viva, eine geheimnisvolle Trollfrau und nimmt sie mit auf eine Reise. Station für Station begegnet Tessa neuen Werten, die ihr von fröhlichen Feen und anderen Trollen auf lustige Weise vermittelt werden: Wertschätzung, Freundschaft und Leichtigkeit. Jede Begegnung öffnet ihr ein Stück weit die Augen und ihr Herz. Am Ende kehrt sie verändert zurück. Ihre Entschuldigung ist ehrlich, ihr Lächeln echt und ihr Geburtstag bekommt doch noch das, was ihm gefehlt hat, nämlich Wärme.
Diese zwei Tage waren nicht nur Aufführungen, bei denen Noten vergeben wurden, sondern Begegnungen: zwischen Auszubildenden und Kindern, zwischen Fantasie und Realität, zwischen Lernen und Erleben. Die Begeisterung im Publikum und der Applaus machten deutlich, dass es ein Erlebnis war, was allen noch lange in Erinnerung bleiben wird. Die Aufführung beendete den letzten Schulblock der EZT23, in dem sie noch einmal neue Methoden für die weitere praktische Arbeit kennenlernten, zusammenwuchsen und sich selbst übertrafen. Nun geht es für die Auszubildenden in die schriftliche und praktische Prüfungsvorbereitung. Wir verabschieden sie mit einem tosenden Applaus und wünschen ihnen alles Gute für ihren weiteren Weg!
Anne Marie Schulz,
Lehrkraft










Fotos © BSZ Stendal/privat

Das BSZ Stendal auf der Ausbildungs- und Praktikumsbörse in Osterburg
Auf der Ausbildungs- und Praktikumsbörse in Osterburg stellte das BSZ Stendal am 3. Mai 2023 sein Bildungsangebot vor. Mit dabei waren auch zwei Schülerinnen des Beruflichen Gymnasiums.

Freie Plätze: Jetzt für einen vollzeitschulischen Bildungsgang bewerben
Für das Schuljahr 2025/26 verfügt das BSZ Stendal noch über freie Plätze. Beworben werden kann sich derzeit noch für die einjährige Fachoberschule, das Berufliche Gymnasium mit der Fachrichtung Informationstechnik sowie für die Berufsfachschule Gestaltungstechnische Assistenz und die Berufsfachschule Wirtschaft.

Plätze frei: Kurzfristige Bewerbung für die vollzeitschulische Erzieherausbildung möglich
Um die einjährige Berufsfachschule Pflegehilfe am BSZ Stendal absolvieren zu können, benötigen interessierte Jugendliche ab sofort einen Ausbildungsvertrag mit einem Ausbildungsträger.