Europaschule: BSZ-Schüler besuchen Partnerschule in Frankreich

20. Juni 2022

 

Seit gut 15 Jahren besteht nun schon eine Partnerschaft zwischen unserer Europaschule, dem BSZ Stendal, und dem Lyceé Albert Bayet in Tours. Seitdem führen Schüler beider Schulen regelmäßig Praktika oder Jugendbegegnungen durch. Seit 2020, dem Beginn der Corona-Pandemie, fuhren wir nun zum ersten Mal wieder nach Frankreich. Am 29. Mai 2022 traten 26 Schüler verschiedener Bildungsgänge die Reise nach Tours an der Loire an. Nach 15 Stunden Fahrt erreichten wir unser erstes Ziel, das Château du Clos Lucé. Dort konnten wir auf eine Erkundungsreise zu Leonardo da Vinci gehen, der in dem Château die letzten drei Jahre seines Lebens verbracht hat. Schwer beeindruckt von der Schaffenskraft eines einzelnen Mannes fuhren wir dann zu unserem Hotel im Zentrum von Tours und bezogen unsere Zimmer.

 

Nachdem wir uns frisch gemacht hatten, erkundeten wir die nähere Umgebung und trafen uns zum gemeinsamen Abendessen in einer Brasserie. Dort wurden wir von Herrn Bru, einem Kochlehrer unserer Partnerschule, in die Besonderheiten einer französischen Speisekarte eingeführt. Mit Hilfe unserer französisch sprechenden Schüler konnten wir dann auch unsere Speisen bestellen. Nach einer ausgedehnten Stärkung machten sich einige Gruppen auf den Weg an das schöne Ufer der Loire, andere zog es in die Altstadt. Beides sind beliebte Treffpunkte französischer Schüler und Studenten. Zu unserer Überraschung trafen wir auch auf französische Schüler, die erst vor Kurzem bei uns in Stendal ein Praktikum machten und einige Male an unserer Schule waren.

 

Am Dienstag, 31. Mai 2022, fuhren wir in einen Weinkeller, den Cave de la Sibylle in Panzoult. Dort wurde uns die Herstellung von Rot- und Weißwein sowie Rosé erklärt. Anschließend fuhren wir weiter zur Abbaye royale Notre-Dame de Fontevraud, einem der bedeutendsten Klöster im Mittelalter. Zu unserem Erstaunen waren dort die Grabstätten der britischen Herrscher Heinrich II. von England und Richard Löwenherz. Am Nachmittag lernten wir nach dem Motto „savoir-vivre“, wie man in Frankreich lebt. Bei Käse, Salami, Baguette, Croissant und Brioche sprachen wir über die Lebensgewohnheiten der Franzosen. Außerdem spielten wir Pétanque, besser unter Boule oder Boccia bekannt. Beim Abendessen hatten wir Gelegenheit, kulinarische Köstlichkeiten der Franzosen wie Weinbergschnecken – Escargots – und Fruits de Mer kennenzulernen.

 

Für den nächsten Tag war ein straffes Programm organisiert. Gestärkt durch ein typisches französisches Frühstück brachen wir zu unserer Partnerschule, dem Lycée Albert Bayet, auf.  Nach einem Empfang durch die Schulleitung mit ein paar Snacks begann eine umfangreiche Besichtigung der Schule. Die Deutschlehrerin der französischen Schule, Madame Op den Akker, zeigte uns die Kfz-Werkstatt, die Lehrküchen und Druckerei und erklärte uns den sozialpädagogischen Bereich. Das nachfolgende Mittagessen zeigte uns deutlich die Unterschiede der deutschen und französischen Esskultur. Das Essen in der Kantine in Form von Vorspeise, Hauptspeise, Nachspeise und viel Obst hat uns alle beeindruckt. Danach ging es zu einem weiteren Höhepunkt unserer Reise, einer Kanufahrt auf der Cher, einem kleinen Nebenfluss der Loire. Anschließend verwöhnten uns unsere Lehrer mit einem super Picknick.

 

Am Donnerstag hieß es früh aufstehen, um 7 Uhr fuhren wir Richtung Paris und starteten mit einer Besichtigung des Château de Versailles. Die Schlossanlage und der überwältigende Spiegelsaal beeindruckten uns mächtig. Dann weiter in die Weltstadt Paris zu einer Metro-Station. In kleinen Gruppen machten wir uns auf zur letzten Besichtigungstour. Beliebt waren der Louvre, die Champs-Élysées, der Arc de Triomphe, Bootstouren mit den Bateaux Mouches und natürlich der Eiffelturm.

Besonderer Dank geht an die uns begleitenden Lehrer, Herrn Birkholz, Herrn Gehlhar und ihre französischen Kolleginnen Madame Rougeot und Madame Op den Akker. Sie haben eine wundervolle Reise organisiert und uns Frankreich und die Partnerregion von Sachsen-Anhalt, die Region Orleans-Tours, sowie deren Menschen liebenswert gemacht. Es war uns ein einmaliges Erlebnis.

Danke auch an das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) und unser Land Sachsen-Anhalt. Durch die finanzielle Förderung dieser Jugendbegegnung im Rahmen des internationalen Schüleraustauschs waren diese Begegnungen erst möglich.


Josefine Mustapha, BGG21d

 

 

 

Foto © BSZ Stendal/privat